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Die Ansiedlung


In der burgenlandkroatischen Geschichtsschreibung wird das Jahr 1533 als Ansiedlungszeitpunkt angeführt. Tatsächlich erfolgte die Ansiedlung jedoch in mehreren Wellen bis ca. 1584.

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts lebten ca 120.000 Kroaten in rund 200 Dörfern. Dies entsprach einem Kroatenantell von 25 bis 28%. Etwa 90% der Burgenlandkroaten waren in der Landwirtschaft tätig.

Während der Gegenreformation entwickelten die Burgenlandkroaten eine eigenständige regionale Schriftsprache.

Eingezwängt zwischen deutscher und ungarischer Umgebung, ließ die Assimilation nicht lange auf sich warten. Vor allem die 60 niederösterreichischen Kroatendörfer und jene in der Slowakei wurden während der Monarchie systematisch assimiliert, wobei die Anwendung der kroatischen Sprache in Schule und Kirche verboten wurde.

Nach der Gründung der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie fielen die Burgenlandkroaten unter ungarische Verwaltung. Durch das liberale ungarische Reichsvolksschulgesetz aus dem Jahre 1868, welches den lokalen Schulen in Fragen der Unterrichtssprache Autonomie gewährte, wurde der Kroatischunterricht vorerst gesichert. Aber nachdem die Volkszählung im Jahre 1900 ergab, daß nur 18,3% der Bevölkerung im burgenländischen Raum die ungarische Sprache beherrschten, erfolgte eine systematische Magyarisierung der Schulen.