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Die erste Republik


Die erste Republik

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden zwei, auch für die Burgenländischen Kroaten wichtige Staatsverträge unterzeichnet. Der Staatsvertrag von St. Germain beinhaltet wichtige Minderheitenschutzbestimmungen. Durch den Staatsvertrag von Trianon, verpflichtete sich Ungarn zur Abtretung Westungarns an die Republik Osterreich. Im Gebiet von Ödenburg/Sopron erreichte die ungarische Staatsführung eine Volksabstimmung, bei der sich im Dezember 1921 65,1% der betroffenen Bevölkerung für den Verbleib bei Ungarn entschied.

Der Großteil der burgenlandkroatischen Siedlungsgeblete wurde Österreich zugesprochen, kleinere Teile kamen zu Ungarn bzw. zur ČSR. Nach der Grenzziehung blieben die wichtigen Wirtschaftszentren Ödenburg/Sopron und Steinamanger/Szombathely bei Ungarn. Ein beträchtlicher Teil der Menschen verlor dadurch ihre Arbeit und es kam zu großen Auswanderungswellen. Die Burgenländischen Kroaten versuchten ihr Glück vor allem in den niederösterreichischen Industriestädten. Rund 12% der Burgenländer wanderten vor und nach dem Ersten Weltkrieg in die USA aus, darunter zahlreiche Burgenländische Kroaten. Sie siedelten sich in Chicago, vor allem im Städtchen South Bend an. Noch heute bestehen dort die kroatischen Vereine "Bratinstvo/Brüderlichkeit" und "Društvo Sv. Antona/Gesellschaft des Hl. Antonius".

Während der Ersten Republik war vor allem die Kirche Trägerin der kulturellen und schulischen Aktivitäten der Burgenländischen Kroaten. In zahlreichen konfessionellen Schulen erfolgte der Unterricht in kroatischer Sprache.

Im Jahre 1929 wurde die wichtigste kroatische Organisation "Hrvatsko kulturno društvo / Kroatischer Kulturverein" gegründet.

Durch das Landesschulgesetz 1937 wurde erstmals das kroatische bzw. zweisprachige Schulwesen geregelt.

Nach dem Anschluss an das Dritte Reich wurden die kroatischen Vereine sowie der kroatische Unterricht an den Schulen verboten. Beim Reichskommissar zur "Festigung des deutschen Volkstums" wurde im Jahre 1943 ein Plan zur Aussiedlung der Burgenländischen Kroaten erarbeitet, der jedoch zum Glück nicht realisiert wurde.